Stiftung trauert um Enoch Freiherr zu Guttenberg

Die Stiftung für Ökologie und Demokratie e.V. trauert um ihr Kuratoriumsmitglied
Enoch Freiherr zu Guttenberg. Der außergewöhnliche Musiker und Dirigent verstarb
mit 71 Jahren. Seit dem 13.2.2007 gehörte er bis zu seinem Tode dem Kuratorium der
Stiftung für Ökologie und Demokratie e.V. an.
Sein künstlerisches Bemühen war ganz auf die Vermittlung der musikalischen
Botschaft ausgerichtet, immer hochemotional und kompromisslos. Seine Auftritte
benutzte er häufig auch, um gegen die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen
zu protestieren. Dass er ein großer und zuweilen kompromissloser Streiter für die
Natur war, beweisen seine Reden von Kulmbach und Bad Orb vom 12.5.2012 und
9.10.2013, mit denen er die Landschaftszerstörung durch Windkraftanlagen massiv
kritisiert hat, was auch der Grund war, weshalb er mit Schreiben vom 11.5.2012 an Dr.
Hubert Weiger aus dem BUND ausgetreten ist, den er im Jahre 1975 gemeinsam mit
Prof. Dr. Bernhard Grzimek, Hubert Weinzierl und Dr. Herbert Gruhl gegründet hatte
und zunächst Vorstandsmitglied und Sprecher des wissenschaftlichen Beirats war. Auf
alle Fälle sollten seine Ausführungen allen Ökologen zur Mahnung dienen, nicht
blindlinks und ohne Rücksicht auf die Natur die Windkraft forcieren. Will man
andererseits weg kommen von den fossilen Energiequellen bleiben nur das
konsequente Energiesparen und die Energieeffizienz sowie die erneuerbaren
Energien wie Wind und Sonne. Diese dürfen jedoch nicht dazu führen, dass Arten
dezimiert und Naturräume zerstört werden.
Georg Enoch Robert Prosper Philipp Franz Karl Theodor Maria Heinrich Johannes
Luitpold Hartmann Gundeloh Freiherr von und zu Guttenberg, so sein vollständiger
Name, war der Sohn des CSU-Politikers Karl Theodor zu Guttenberg und Vater des
ehemaligen Bundesverteidigungsministers gleichen Namens. Er selbst ging nicht in
die Politik, sondern wurde Musiker. Schon mit 21 Jahren gründete er die Chorgemeinschaft
Neubeuern, die er zu einem der besten Laienchöre der Republik machte.
Mit diesem und später dem Orchester der Klangverwaltung stand Enoch zu Guttenberg
für ein Musizieren unter Hochspannung, das sein inneres Feuer spüren ließ und
immer auf den Wesenskern der Werke und deren existenzielle Botschaften ausgerichtet
war. Gerade bei den großen Bekenntniswerken und den oratorischen Werken
Bachs und Haydns hat er so prägende Wiedergaben erarbeitet, die zum Teil auch auf
CD erhalten sind.
Die Stiftung für Ökologie und Demokratie e.V. verliert mit dem Tode von Enoch zu
Guttenberg eine hochkarätige Künstlerpersönlichkeit, die sich zugleich immer wieder
leidenschaftlich für den Erhalt der Natur einsetzte.