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Stiftung für Ökologie und Demokratie

Das Jahr 2012

die Stiftung für Ökologie und Demokratie e.V. besteht 20 Jahre

Jubiläumsveranstaltung am 17. März 2012 in Rülzheim






Neujahrsansprache

des Vorsitzenden der Stiftung für Ökologie und Demokratie e.V., Hans-Joachim Ritter

Hans-Joachim Ritter Neujahrsansprache
Die Ansprache können Sie hier als PDF-Dokument einsehen.



Gemeinsame Tagung mit der TU Kaiserslautern - Fachbereich Raum- und Umweltplanung - am 18. Mai 2011 zum Thema "Großprojekte und Bürgerbeteiligung"

Der Dekan des Fachbereich, Prof. Dr. Gerhard Steinebach, eröffnete die Tagung. Die Gäste wurden von Prof. Dr. Martin Junkernheinrich begrüßt. Der Stiftungsvorsitzende Hans-Joachim Ritter übernahm die thematische Einführung.

Der ÖDP-Bundesvorsitzende und Initiator des bayerischen Bürgerbegehrens und Bürgerentscheids zum verschärften Nichtraucherschutzgesetz, Sebastian Frankenberger, sprach über das Thema "Mehr direkte Bürgerbeteiligung auf Bundes- und Landesebene". Der Lehrstuhlinhaber für Kommunikationswissenschaften an der Uni Hohenheim, Prof. Dr. Frank Brettschneider referierte über das Thema "Verfahren für Großprojekte - Konsequenzen aus Stuttgart 21" und Dr. Sven Fries vom Büro Stadtberatung Dr. Fries, Ostfildern, bearbeitet das Thema: "beteiligt - praktisch - gut - Bürgerbeteiligung in kommunalen Planungsprozessen".





Vortrag von Eva Hermann (Teil I) bei der Tagung der Stiftung für Ökologie und Demokratie e.V. zum Thema "Familie - Auslaufmodell oder Zukunftsperspektive?" am 28.3.2009 in Stuttgart.



Fachtagung zum Thema "Energetische Sanierung im Bestand - Energieeffizienz und Klimaschutz in der Bestands- und Altbausanierung"

Am 23. Juni 2010 veranstalteten die Stiftung für Ökologie und Demokratie e.V. und die TU Kaiserslautern - Lehrstuhl Öffentliches Recht - erstmals eine gemeinsame Fachtagung in der Retunde der TU Kaiserslautern zum Thema "Energetische Sanierung im Bestand - Energieeffizienz und Klimaschutz in der Bestands- und Altbausanierung".



Der Stiftungsvorsitzende Hans-Joachim Ritter zeigte in seinem Grußwort zu Beginn die Energieeinsparpotenziale auf.

Jun-Prof. Dr. Sascha Michael Henninger veranschaulichte den Zusammenhang von energetischer Sanierung und Klima.

Frau Beate Schneider von der Firma Osika präsentierte das Vorzeigeprojekt der EnergieAgentur Speyer-Neustadt/Südpfalz, die energetisch sanierte Kaserne "Normand" in Speyer.

Frau Heike Haracska, LUWOGE-Consult GmbH, erläuterte die energetische Sanierung des Wilhelm-Hack-Museums, 1. Preisträger in der Kategorie "Sanierung" beim Energieeffizienz-Wettbewerb 2009 der EnergieAgentur Speyer-Neustadt/Südpfalz.

Arno Schönau, veranschaulichte energetische Schulsanierungsprojekte in der Stadt Kaiserslautern.

Prof. Dr.-Ing. Hartmut Hofrichter warnte davor, auch denkmalgeschützte Gebäude mit Dämmmaterial oder Solaranlagen einzupacken. Der Verlust an kultureller Identität würde sich rächen.

Irina Kollert, EOR, referierte über Fördermöglichkeiten für die Bestands- und Altbausanierung.

Ralf Bermich vom Amt für Umweltschutz, Energie und Gesundheitsförderung der Stadt Heidelberg informierte über die kommunalen Strategien in der Bestands- und Altbausanierung am Beispiel der Stadt Heidelberg.

Prof. Dr. Willy Spannowsky und Hans-Joachim Ritter zogen abschließend eine positive Bilanz dieser Fachtagung und stellten übereinstimmend fest, dass auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene strategische Konzepte fehle, wie ein wirksamer Klimaschutz durch flächenhafte Sanierung des Bestands angegangen werden könne.


Neujahrsansprache des Vorsitzenden der Stiftung für Ökologie und Demokratie e.V., Hans-Joachim Ritter

Umweltpreis "Goldener Baum" verliehen

Am 19.11.2008 verlieh der Stiftungsvorsitzende Hans-Joachim Ritter im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Ökosozialen Forums der Steiermark im Schloss St. Martin in Graz den Umweltpreis "Goldener Baum" an den ehem. Vizekanzler der Republik Österreich, Herrn Dipl.-Ing. Dr. h.c. Josef Riegler, wegen dessen Verdienste um die Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft. Laudatio. 5 Jahre EnergieAgentur Speyer-Neustadt/Südpfalz - zahlreiche "Leuchtturmprojekte" realisiert "Klimaschutzmaßnahmen kosten pro EU-Bürger pro Woche 3 Euro. Wenn wir aber nichts tun, wird es sehr viel teurer", erklärte der Vorsitzende der Stiftung für Ökologie und Demokratie e.V. und der EnergieAgentur Speyer-Neustadt/Südpfalz (EA), Hans-Joachim Ritter, im Rahmen seiner Rede zu Beginn der Jubiläumsveranstaltung anlässlich des 5-jährigen Bestehens der EnergieAgentur Speyer-Neustadt/Südpfalz am Mittwochabend im Historischen Ratssaal der Stadt Speyer. Nur ökologisch nachhaltiges Handeln resultiere in wirtschaftlichem Erfolg. Unter diesem Leitmotiv stehe das bisher erfolgreiche Wirken der EnergieAgentur. Vor zahlreichen Ehrengästen und Partnern verdeutlichte Ritter das Anliegen des Projekts, einem Netzwerk bestehend aus kommunalen Gebietskörperschaften, lokalen Agendagruppen sowie Unternehmen und Planern, dessen weiterer Ausbau jetzt auch vom Bundesamt für Raumordnung und Bauwesen mit 60.000 Euro gefördert wird. Ziel sei es von Anfang an gewesen, vorbildliche Projekte im Bereich der Energieeffizienz und erneuerbaren Energien anzustoßen. Es gehe dabei nicht darum, „theoretische Trocken-übungen“ zu machen, sondern Leuchtturmprojekte zu realisieren, „denn das gute Beispiel ist besser als jedes Lehrbuch“, so Ritter.

So konnte er in diesem Sinne auf zahlreiche beispielhafte Projekte der EA-Netzwerkpartner verweisen wie die quartiersbezogenen energetischen Energiekonzepte für das Konversionsgebiet “Quartier Normand” und für die Bebauung des “Alten Schlachthofs” in Speyer oder der “Solarpark Lilienthal” in Lachen-Speyerdorf sowie zahlreiche Windkraftanlagen in der Vorderpfalz.

Es gebe aber noch viel zu tun angesichts so drängender Probleme wie Klimawandel. Deshalb brauche man dringend weitere Netzwerkpartner, die bereit seien, neue Wege zu gehen. Ritter kündigte an, mit Mitteln des Bundes Wettbewerbe für energiesparende Gebäude auszuloben, in diesem Jahr für Wohngebäude, im nächsten Jahr für Nichtwohngebäude.

"Energieeffizienz ist ohne Frage eines der bedeutendsten kommunalen Handlungsfelder geworden, das Städtebau und intensiv beeinflusst", bekannte der Speyerer Oberbürgermeister Werner Schineller in seinem Grußwort für die Stadt Speyer, die auch EA-Netzwerkpartnerin ist.

"Mit dem Netzwerk haben sie eine gesellschaftlich wichtige Aufgabe übernommen", sagte Professor Dr. Karl Keilen vom rheinland-pfälzischen Umweltministerium, das ebenfalls EA-Netzwerkpartner ist. Öl und Gas hätten bei Neubauten heute nichts mehr zu suchen.

Als absolutes bundesdeutsches Vorzeigeprojekt bezeichnete Festredner Professor Dr.-Ing. Norbert Fisch, der am Institut für Gebäude- und Solartechnik der TU Braunschweig lehrt und forscht, das Nahwärmekonzept mit großer Solarthermieanlage auf dem ehemaligen Speyerer Schlachthofgelände, an dessen Konzepterarbeitung er als Leiter des Steinbeis Transferzentrums Energie-, Gebäude- und Solartechnik, Stuttgart, maßgeblich beteiligt war. Der Ingenieur, der als Solarthermiepapst gilt, unterhält weltweit Planungsbüros, beispiels-weise in Dubai und Shanghai. „Wir müssen aufpassen, dass wir in der Welt nicht den An-schluss verlieren”, warnte er. Energiedesign nannte er sein ganzheitliches Energiekonzept optimierter Gebäudehüllen verbunden mit schlanker, effizienter Technik.

An einigen Beispielen mache Fisch deutlich, dass bereits durch optimierte Einstellungen von Heizungs- und Klimaanlagen sowie der Beleuchtung bei großen Bürogebäuden, bei denen der Stromverbrauch 80 Prozent des Gesamtenergiebedarfs ausmache, neben einer Steigerung des Komforts zu 30 bis 40 Prozent Energieeinsparung führen könne.

"Ich bin wahrscheinlich der erste Solarrentner in Deutschland", so der Wissenschaftler, denn alleine von Ertrag seiner Solaranlagen könne er gut leben. Es dürfe kein Gebäude ohne Sonnennutzung mehr gebaut werden, auch wenn dies fünf Prozent Mehrkosten bedeute, erklärte der Festredner, der viel Gesprächsstoff für das anschließende small-talk bei Wein und Brezeln lieferte.





Sehr geehrte Damen und Herren,

während wir im vergangenen Jahr den luxemburgischen Premierminister Jean-Claude Juncker für seine unermüdlichen Bemühungen um die europäische Einigung mit dem Europäischen Friedenspreis gewürdigt haben, möchten wir in diesem Jahr zwei Persönlichkeiten aus Nordirland mit dem Europäischen Friedenspreis auszeichnen, die über Jahrzehnte als Symbolfiguren für den Bürgerkrieg zwischen der protestantischen und katholischen Bevölkerungsteile galten, sich nun aber im vergangenen Jahr sogar auf die Bildung einer gemeinsamen Regierung geeinigt haben: Premierminister Dr. Ian Paisley und sein Stellvertreter Martin Mc Guiness. Wir erinnern uns an die oft täglichen schrecklichen Meldungen in den Medien über die schlimmen Gewalttätigkeiten aus Nordirland. Gott sei Dank vernehmen wir von dort seit geraumer Zeit keine Negativschlagzeilen mehr.

Diese erfreuliche Friedensnachricht wird allerdings überschattet durch viele regionale Konflikte und instabile, ja bedrohliche Situationen weltweit. Ich erinnere nur an die prekäre Lage in Afghanistan durch die Einflüsse der Stammesfürsten und der Taliban, an die aufgeheizte Stimmung im Iran unter dem ultrakonservativen Präsidenten Mahmud Ahmadinejad, an die Situation im Irak nach dem Krieg unter Einfluss der Schiiten und Suniten, an die bürgerkriegsähnlichen Zustände in Kenia nach den Wahlen, an das terroristische System im Sudan, an die prekäre Lage im islamischen Atomstaat Pakistan nach der Ermordung der Oppositionspolitikerin Benazir Bhutto durch die Taliban oder an den nicht enden wollenden Konflikt zwischen Israeliten und Palästinenser. Auch weiß niemand, wie sich Russland weiter entwickeln wird, das sich zunehmend vom NATO-Raketenschutzschild bedroht fühlt und Gegenmaßnahmen angedroht hat. China hält weiterhin Tibet unter seiner Knute. Auch die vom französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy ausgehandelten Verkäufe von französischen Atomkraftwerken an Schwellen-ländern wie Libyen, Ägypten und andere, wird keineswegs zu mehr Stabilität führen. Nicht zuletzt durch zu Selbstmorden und gewaltbereiten Islamisten, die vor nichts zurück-schrecken, ist die Welt mehr denn je bedroht. Der UN-Sicherheitsrat blockiert sich selbst.

Ähnlich zäh sind auch die weltweiten Bemühungen um den Klimaschutz zu werten. Das Verhandlungsergebnis der Klimakonferenz von Bali, wonach man sich lediglich darauf geeinigt hat, Verhandlungen über Klimaschutzmaßnahmen überhaupt aufzunehmen, ist äußerst dürftig. Wann wacht die Weltgemeinschaft auf angesichts der Wetterturbolenzen und des IPCC-Berichts?

Wirbelstürme in der Karibik, verheerende Überschwemmungen in den Monsunländern Asiens und in England - kein Tag, an dem es nicht irgendwelche Wetterextreme in die Hauptnachrichten schaffen.

Hauptverantwortlich für die vom Menschen verursachte Klimaveränderung ist das Treib-hausgas Kohlendioxid (CO2), das bei jeder Verbrennung freigesetzt wird. Der Straßen-verkehr ist für fast 20 Prozent des CO2-Ausstoßes in Deutschland verantwortlich. Kein Filter, kein Katalysator kann CO2 zurückhalten oder in einen unproblematischen Stoff umwandeln. Bei der Verbrennung eines Liters Diesel werden 2,65 Kilogramm CO2 frei-gesetzt, bei einem Liter Benzin sind es 2,37 Kilogramm. Also ist dem Klima nur zu helfen, wenn Kraftstoff eingespart wird, wenn Autos energieeffizienter werden und/oder weniger Auto gefahren wird.

Seit über 10 Jahren wird in der Europäischen Union über die Einführung eines Grenzwertes für CO2 diskutiert. Bundeskanzlerin Angela Merkel war Umweltministerin unter Helmut Kohl, als die EU-Umweltminister 120 g/km als Grenzwert für 2005 planten. Die Autoindustrie lief gegen eine verbindliche Begrenzung Sturm und konnte sie durch eine Selbstverpflichtung verhindern. Darin sagten die europäischen Hersteller zu, den CO2-Ausstoß aller in der EU von ihnen verkauften Autos im Jahr 2008 auf 140 g/km zu senken. Dieses Versprechen brach die Autoindustrie deutlich und arrogant statt die Chancen zu erkennen, die gerade darin liegen, innovative Produkte auf den Markt zu bringen. Die Politik muss verbindliche Werte setzen, wenn sie glaubwürdig bleiben will. Die Grenzwertsetzung ist Sache der EU. Das ist gut so, denn die deutsche Politik ist viel empfänglicher für die Einflüsterungen der Autoindustrie als unsere europäischen Nachbarn. - Nach massiven Interventionen der Bundesregierung und der deutschen Autoindustrie verwässerte die EU-Kommission den avisierten Durchschnittswert für das Jahr 2012 von 120 g/km auf 130 g/km. Die 10 Gramm Differenz sollen beispielsweise durch den vermehrten Einsatz von Biokraftstoffen oder Schaltempfehlungen erreicht werden. Der Wert von 130 g/km gilt nicht für das einzelne Fahrzeug, sondern als Durchschnitt für die gesamte Flotte alle in der EU verkauften PKWs. Der Durchschnittswert aller von europäischen Herstellern in der EU im Jahr 2006 verkauften Fahrzeuge lag bei 160 g/km, der CO2-Ausstoß aller von deutschen Herstellern in Deutschland verkauften Fahrzeuge betrug durchschnittlich sogar 177 g/km. Damit sind sie vom Ziel weit entfernt.

Jetzt endlich sorgt der öffentliche Druck für Bewegung. Die Politik verlässt sich nicht mehr auf unverbindliche und wertlose Versprechen der Autoindustrie. Jetzt sollen die EU-Grenz-werte verbindlich eingeführt werden. Schon wieder ist das Gejammere der Auto-mobilindustrie im Verbund mit der deutschen Bundesregierung zu vernehmen. Noch immer sieht sogar die Bundeskanzlerin darin einen Angriff auf die deutsche Automobilindustrie statt dies als Chance zu mehr Wettbewerbsfähigkeit zu erkennen.

Doch die globalen ökologischen Probleme sind noch vielfältiger als "nur" der Klimawandel. Es geht weiterhin darum die Plünderung unseres schönen Planeten und die Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen zu stoppen.

Der 36 Jahre alte Appell des Club of Rome "Die Grenzen des Wachstums" oder Herbert Gruhls Bestseller "Ein Planet wird geplündert" aus dem Jahre 1975 oder der Bericht "Global 2000" des US-Präsidenten Carter sind in ihren Kernaussagen nach wie vor aktuell. Die Menschheit hatte nur Glück, dass sich die z.T. zweistelligen Wachstumsprognosen der 70er Jahre deutlich verlangsamt haben und sich damit auch das Tempo der Zerstörung deutlich verlangsamt hat. Das Gleiche gilt auch hinsichtlich des Wachstums der Weltbevölkerung. Durch Programme zugunsten von Entwicklung, Geburtenkontrolle und Gesundheitsvor-sorge hat sich zwar das Ausmaß der Zunahme verlangsamt. In den letzten 40 Jahren hat sich die Weltbevölkerung auf 6,1 Mrd. Menschen verdoppelt und wird bis zum Jahr 2050 voraussichtlich auf 9,3 Mrd. Menschen ansteigen. Davon werden dann voraussichtlich 4,2 Mrd. Menschen in Entwicklungsländern leben, wo die Ressourcen ohnehin äußerst knapp sind. Schon heute sind die Wasservorräte in diesen Ländern nicht ausreichend und in hohem Maße verschmutzt: 1,1 Mrd. Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. "Mehr Menschen verbrauchen mehr Ressourcen als zu jedem anderen Zeitpunkt in der Menschheitsgeschichte", heißt es im Weltbevölkerungsbericht der Vereinten Nationen.

Das bedeutet: Alle wollen teilhaben an den Ressourcen. Wir stehen nach wie vor vor völlig ungelösten Verteilungsproblemen. Verteilungskriege, Kriege um Ressourcen wie Öl, Gas, Metalle aller Art oder Wasser werden zunehmen mit katastrophalen Folgen für viele Men-schen. Völkerwandungen von Umweltflüchtlingen werden sich auf den Weg machen, noch mehr wie heute, wo bereits 25 Mill. Menschen wegen Umweltzerstörung und Ressourcen-knappheit auf der Flucht sind.

Gibt es noch eine Hoffnung für die Menschheit? Oder verdrängen wir nur die Ausweglosig-keit? Wollen wir die Wahrheit nur nicht hören? - Ich denke, es gibt Chancen der Rettung. Herbert Gruhl hat mit seinem letzten Buch "Himmelfahrt ins Nichts" kurz vor seinem Tod im Jahre 1989 ein Zeugnis der totalen Hoffnungslosigkeit hinterlassen. Seiner Meinung nach kann die Menschheit machen, was sie will. Alles führt ins Verderben, weil immer wieder die ökologische Unvernunft obsiegt und die Instrumente angesichts der rasanten Ereignisse unwirksam bleiben.

Eine Gegenposition im Sinne eines puren Optimismus wäre genauso fehl am Platze. Ich sage: Die Menschheit hat noch eine Chance, wenn sie jetzt die Zeichen der Zeit erkennt und sofort umsteuert. Wenn das demokratische System gut ist, dann wird es besonders spannend, wenn sich endlich die Bevölkerung ihrer Macht bewusst wird und den Regieren-den deutlich zeigt, wo es langgehen muss. Da bekanntlich keine Regierung in der Demo-kratie gegen ihr Volk regieren kann, hoffe ich darauf, dass die Menschen die Regierungen zum richtigen Handeln bewegen.

Die Zeit ist heute reif für ein ökologisches und demokratisches Europa! Daran wollen wir konstruktiv mitarbeiten.

Europa, in dem jetzt nach dem Schengen-Abkommen alle Binnengrenzkontrollen entfallen sind, eint seine Nationen mehr und mehr beim Streben nach einem Mindestmaß an Wohlstand für alle und der Bewahrung der Umwelt. Wirtschaftlich ist Europa stark. Das zeigt sich am Euro. Dieser ist so stark wie nie und entwickelt sich immer mehr zu einer Welt-Leitwährung. Doch in Sachen Demokratie hat die Europäische Union bei ihren eigenen Institutionen noch großen Nachholbedarf. Auch wird immer wieder behauptet, Europa wachse zu einer Wertegemeinschaft zusammen. Doch die Staats- und Regierungschefs sahen sich nicht in der Lage, dem neuen EU-Vertrag eine Präambel voranzustellen, in der sich die EU zu ihrer christlichen Tradition bekennt und auf Gott Bezug nimmt. Doch wo soll die neue europäische Werteorientierung herkommen, wenn nicht von Gott und aus dem Christentum, das Europa 2 Jahrtausende geprägt hat? – Wir erleben tagtäglich den zunehmenden Werteverlust durch abnehmende religiöse Bindungen. Die Folgen davon sind Nihilismus und Orientierungslosigkeit unserer Gesellschaft sowie sinnloser Konsum und endet in Hoffnungslosigkeit, Einsamkeit oder Gewalt und Ausbeutung von Mensch und Umwelt nach dem Motto "Nach mir die Sintflut".

Noch gibt es eine Chance, die drohende Sinnkrise und die ökologischen Katastrophen abzuwenden, indem öffentlich und privat umgesteuert wird.



So wünsche ich, dass 2008
  • das Christentum, das durch die Schöpfungstheologie geprägt ist, eine neue Renaissance erlebt,
  • alles getan wird, um die Schöpfung zu bewahren,
  • die Werte der Ehrfurcht vor allem Leben intensiv vermittelt werden,
  • zu einem "Jahr der Ökologie und der erneuerbaren Energien" wird.


Mit der diesjährigen "Ökologia" Botschafterin der Ökologie -, der Gräfin Bettina Bernadotte von der Insel Mainau wollen wir auf sympathische Art und Weise zugunsten von mehr Ökologie werben.


Ich wünsche Ihnen ein friedliches und erfolgreiches Jahr 2008.

Ihr
Hans-Joachim Ritter